Sind Vierbeiner klüger als manche Zweibeiner?

Hundekotbeutel ‘garnieren’ Stadt und Land

Sind Ihnen auch schon schwarze oder rote, lila oder auch mal grüne Beutel aufgefallen, die mit Hundekot gefüllt sind? Natürlich schnuppere ich nicht an jedem Plastiktütchen, das am Wegesrand, an Straßenschildern oder gar am Strand und im Wald abgelagert wurde. Doch zumeist macht der Aufdruck deutlich, wofür dieses Behältnis gedacht war, und der enge Knoten an der Öffnung lässt keinen Zweifel daran, dass auch der zweibeinige Zeitgenosse den ‚Duft‘ nicht ertragen wollte. Aber mal ganz ehrlich: Wer einen solchen Beutel, anstatt ihn in den dafür vorgesehenen Behälter, einfach ins Gras wirft, am Waldweg völlig sinnfrei zurücklässt oder gar an einem Sandstrand entsorgt, der schadet der Umwelt mehr als die unverpackten Hinterlassenschaften eines Hundes. Wer so handelt wie mancher wenig verantwortungsbewusste Hundebesitzer, der muss sich wirklich fragen lassen, ob nicht sein Hund klüger ist als er selbst! Als ausgesprochener Hundefreund bin ich ohnehin der Überzeugung, dass Hunde nicht selten mehr auf Zack sind als ihre Partner am anderen Ende der Leine.

Lila Beutel mit Hundekot am Sandstrand. Eine Neblkrähe steht daneben.
Fehlendes Problembewusstsein: Diese Krähe wundert sich über einen Hundekotbeutel an einem Strand im irischen Kerry. In Kunststoff verpackt gehören die Hinterlassenschaften des Vierbeiners gewiss nicht ins Meer. Eine Plastiktüte zerfällt erst im Laufe von ca. 20 Jahren durch Wellen bzw. Reibung, doch dann ist sie nicht unschädlich, sondern wandert als Mikroplastik über Fische in den Nahrungskreislauf. (Bild: Ulsamer)

Volle Plastiktüte – ab in die Landschaft!

Kommunen, die richtigerweise Hundekotbeutel und entsprechende Ablagebehälter anbieten, haben scheinbar die Faulheit einiger Hundebesitzer unterschätzt. Hier muss deutlich härter gegen verantwortungslose Mitbürger vorgegangen werden, egal ob sie den Hundekotbeutel oder anderen Müll unsachgerecht entsorgen. Will man sich in Corona-Zeiten ganz pflichtgemäß allein oder zu zweit auf eine Bank in der Herbstsonne setzen, dann ‚erfreuen‘ einen immer mehr Kronkorken, Zigarettenkippen und andere Überreste. Nicht nur bei den Corona-Restriktionen, sondern auch in Sachen Umwelt- und Naturschutz scheint es zahllose Zweibeiner zu geben, die sich nicht an die Regeln halten! Passieren wir bei unserer Wanderung noch einige Altglascontainer, dann ähnelt das Umfeld immer häufiger einer wilden Müllkippe, genauso wie an der nächsten Bushaltestelle, wo ein Müllfrevler gleich eine hochvolle Plastiktüte mit Unrat platziert hat. Und als neueste ‚Bereicherung‘ der vermüllten Landschaft liegen mehr und mehr Corona-Masken herum.

Grüner Behälter für Hundekotbeutel mit einem schwarzen Hundegesicht auf gelbem Untergrund. Aufschrift "belloo".
Hundekotbeutel gehören in die entsprechenden Behälter, was aber noch nicht alle Mitbürger begriffen haben. (Bild: Ulsamer)

Ganz neu ist der Ärger mit Hundekot nicht, obgleich er sich jetzt in Plastik gehüllt besser entsorgen lässt, wenn – ja, wenn der Hundehalter auch den richtigen Behälter ansteuert. Manfred Rommel war von 1974 bis 1996 Oberbürgermeister der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart, und von ihm stammen viele Zitate, die zeitlos zu sein scheinen: „Der Stadtverwaltung täglich Brot ist und bleibt der Hundekot.“ Wenn das Zitat selbst heute immer noch zutrifft, dann liegt dies ganz bestimmt nicht an den Vierbeinern, sondern an den begleitenden Herrchen, Frauchen oder ‚GassigeherInnen‘. Hundekot in Tüten an allen möglichen und unmöglichen Stellen abzulegen, ist nur ein kleines Symptom für die zunehmende Vermüllung unserer Städte und der umliegenden Landschaften – einfach aus Bequemlichkeit oder Dummheit. Müllsünder müssen konsequenter verfolgt und bestraft werden! Hunde würden mit Sicherheit schneller den Weg zum Abfallbehälter finden als manche menschlichen BegleiterInnen.

 

Wegen Corona mit einem rot-weißen Band abgesperrter Sportplatz. Vorne im Bild ein roter Hundekotbeutel.
Dümmer geht immer! Selbst ein wegen Corona gesperrter Sportplatz in Esslingen am Neckar bleibt nicht frei von Kotbeuteln. (Bild: Ulsamer)

 

Leerer roter Hundekotbeutel in einem Bach.
Plastiktüten gehören nicht in unsere Bäche und Seen, das gilt auch für leere Hundekotbeutel – wie der Aufdruck verrät. Die zumeist eingesetzten Beutel bestehen aus Polyethylen, sprich Erdöl. Eine solche Plastiktüte zersetzt sich nicht in ungefährliche Bestandteile, sondern zerfällt in Mikroplastik. (Bild: Ulsamer)

 

Hundekotbeutel in orangener Farbe. Abgelegt an einer rot-weißen Warnbake auf einer kleinen Betonbrücke. Darunter ist ein breiter Bach zu sehen.
Welcher Zeitgenosse wählte wohl im Schwarzwald diesen Ablageort? (Bild: Ulsamer)

 

Schwarzer Hundekotbeutel, zugeknotet, vor einem Baum am Rande eines Feldwegs.
Dieser Baum hat schon viele Sommer erlebt, doch das hat er noch nicht gesehen: Wer kam wohl auf die völlig sinnfreie Idee, den Hundekotbeutel mitten in den Wald zu werfen? (Bild: Ulsamer)

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