Politiker mit Rotkäppchen-Syndrom – reif für unsere Parlamente?

Die Wolfs-Hysterie nimmt in Deutschland skurrile Formen an

Wenn man manchen CDU-Politikern glauben darf, dann lungern Wölfe jetzt zunehmend vor Kindergärten herum. „Wir werden nicht dabei zusehen, wie Kindergärten und Schafsherden weiträumig umzäunt werden, damit der Wolf in Freiheit leben kann“, so Dirk Toepffer, der Fraktionsvorsitzende der CDU im niedersächsischen Landtag. Und aus dem Stuttgarter Landtag vermeldet der CDU-Abgeordnete Raimund Haser: „Ich möchte nicht darauf warten, bis Wölfe an Kindergärten vorbeimarschieren.“ Wenn ich das so höre, dann verstehe ich erst, warum bei Kitas und Kindergärten die Türen verschlossen sind und die Zäune höher werden: Ich dachte immer, damit sollte Zweibeinern der illegale Zutritt verwehrt werden – aber das gilt ja den zahllosen Wölfen, die man tagtäglich in unseren Städten und Dörfern antrifft!! Nun möchte ich auch nicht, dass meine Enkelkinder von einem Wolf belästigt werden, doch ganz ehrlich, gibt es nicht wahrhaftig akutere Gefahren, deren Eindämmung des Schweißes der Edlen wert wären? Auf dem nahegelegenen Spielplatz liegen Spritzen von Fixern herum, und vom Gang durch so manche Parkanlage wird selbst Schulkindern von Stadtoberen abgeraten. Aber auch dort habe ich noch keinen vierbeinigen Isegrim aufgestöbert, dagegen allerlei zwielichtige Gestalten getroffen.

Facebook-Post mit einem Wolf und einem kleinen Foto des CDU-Fraktionsvorsitzenden und dem Text „Wir werden nicht dabei zusehen, wie Kindergärten und Schafsherden weiträumig umzäunt werden, damit der Wolf in Freiheit leben kann“.
Die CDU-Parlamentarier im niedersächsischen Landtag scheinen schon so manchen Wolf entdeckt zu haben, der vor einem Kindergarten herumlungerte. Wer solche Facebook-Post liest, der muss um die Sicherheit der Kinder fürchten. Wäre nicht eine sachgerechtere Diskussion zum Thema Wolf passender? Vielleicht sollte der Landtag mal Axel Gomille zu einem Vortrag über ‚Deutschlands wilde Wölfe‘ einladen. Wir haben diesen Biologen und Fotografen unlängst in Stuttgart gehört und waren beeindruckt. Er hat über acht Jahre Wölfe in Deutschland beobachtet und dabei eher das Problem gehabt, dass sich die scheuen Tiere nicht ablichten lassen wollten. Gomille warf aber auch sehr sachlich die Fragen der Sicherheit auf und vermittelte so ein umfassendes Bild. (Bild: Screenshot, Facebook, 30.10.18)

Nicht der Wolf bedroht die Existenz der Schäferei

Ich habe es noch im Ohr, dass der Wolf über Jahrzehnte geradezu in unserer bundesdeutschen Natur vermisst wurde. Und dies nicht nur von Naturschützern, sondern auch von Förstern. Die Wölfe sollten für ein natürliches Gleichgewicht im Wald sorgen und das Rotwild zurückdrängen, damit die ‚Tannenbäumchen‘ wieder besser wachsen. Kaum sind aber Wölfe nach Deutschland zurückgekehrt, da bricht Hysterie aus. Schäfer wollen ihren Beruf an den Nagel hängen, weil der Wolf hinter ihren Schafen her sei. Der Öffentlichkeit wird der Wolf als Schicksalstier der Schäfer geschildert und damit soll in den Hintergrund gerückt werden, dass die Schäferei überhaupt zu wenig abwirft, denn die Wolle ist schlecht vermarktbar und dank billigerem Lammfleisch aus Neuseeland sind die Preise nicht auskömmlich. Selbst für naturschutzfachliche Arbeiten erhalten die Schäfer im Regelfall keine existenzsichernden Zahlungen der öffentlichen Hand. Aber jetzt hat man ja den Wolf entdeckt, und diesem ‚Bösewicht‘ kann man die Schuld zuschieben und die VertreterInnen einer fehlgeleiteten Agrarpolitik scheinen aus dem Schneider.

Ein Mutterschaf mit Hörnern und drei Lämmer weiden auf einer grünen Wiese.
Die Weidewirtschaft braucht finanzielle Förderung und keine Hetze gegen den Wolf. Bereits vor der Rückkehr der Wölfe konnten viele Schäfer nicht mehr ihren Lebensunterhalt mit Schafen und Ziegen erarbeiten. Eine bessere Vermarktung ihrer Produkte ist ebenso notwendig wie höhere Zahlungen für naturschutzfachliche Dienstleistungen. Und der Schutz der Herden mit höheren Elektrozäunen bzw. die Anschaffung und der Unterhalt von Herdenschutzhunden muss ebenfalls aus Agrarmitteln übernommen werden. Sollte der Ernstfall eintreten und Nutztiere gerissen werden, dann muss bundeseinheitlich und unbürokratisch der finanzielle Schaden ausgeglichen werden. (Bild: Ulsamer)

Die Parteien, die im Bundestag wie CDU/CSU, SPD und FDP gegen eine Weidetierprämie gestimmt haben, entdecken plötzlich den Erhalt der Kulturlandschaft als wichtiges Ziel. Gut so! Aber, oh weh, wieder bedrohen die wenigen Wölfe auch dieses hehre Ziel. Raimund Haser macht sich ebenfalls für die „Offenhaltung der Landschaft“ stark, die mehr wert sei als der „Schutz eines Tieres“ – und natürlich ist der Wolf gemeint. Bereits im Koalitionsvertrag von Union und SPD hieß es: „Die Weidetierhaltung ist aus ökologischen, kulturellen und sozialen Gründen sowie zum Erhalt der Artenvielfalt und Kulturlandschaft zu erhalten.“ Diesen Satz kann ich nur unterstreichen, aber wie steht die Union bei der angesprochenen Artenvielfalt zu Glyphosat & Co.? Und welchen Standpunkt vertritt sie in Bezug auf eine tragfähige wirtschaftliche Förderung der Weidetierhalter, um die Kulturlandschaft zu erhalten? Aber es ist ja so viel einfacher, dem Wolf die Schuld am Niedergang der Weidetierwirtschaft zuzuschieben.

Julia Klöckner in einem Facebook-Post von ZDF heute.
Wird man so von der Weinkönigin zur Landwirtschaftsministerin? Die stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU, Julia Klöckner, rief in den Medien zur Dezimierung der Wölfe auf. So ganz scheint mir dies nicht zu ihrem Anspruch zu passen, das Landwirtschaftsministerium sei ein „Lebensministerium”. Und mehr Ehrlichkeit würde ich mir auch wünschen, denn „Entnahme” klingt so nett, doch der betroffene Wolf ist anschließend im Regelfall tot. Julia Klöckner macht derzeit bei ihrer Ministerkollegin Svenja Schulze Druck, damit der Wolf seine Schutzrechte verliert. (Bild: Screenshot, Facebook, 6.2.18)

Von der Weinkönigin zur Wolfsjägerin

Kaum sind die Wölfe wieder da, sind sie auch schon wieder auf der Abschussliste. Die Jagd auf Wölfe hat es nicht nur Anja Karliczek, der CDU-Bundesministerin für Bildung und Forschung, angetan, sondern Julia Klöckner, stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU, legt sich hier noch stärker ins Zeug. Möchte sie sich damit als Landwirtschaftsministerin schon mal um die Ehrenmitgliedschaft beim Deutschen Bauernverband bewerben? Wie schnell man doch von der Weinkönigin zur Wolfsjägerin werden kann, das zeigt sich an Julia Klöckner, dem Rotkäppchen aus Rheinland-Pfalz. Landwirtschaftsministerin Klöckner drängte jüngst ihre Umweltkollegin Schulze brieflich, den Weg für mehr Wolfsabschüsse freizumachen. Manche Politiker, unterstützt durch einige Medien, wollen den Eindruck erwecken, als wären wir von Wölfen umzingelt, und kaum wird ein Friedhofsmitarbeiter gebissen, da erschallt der mediale Aufschrei ‚Wolf‘. Weit weniger Beachtung findet dann die Meldung, dass bei der DNA-Untersuchung gar nichts auf einen wölfischen Angreifer hindeutet.

Ein gewisses Maß an Schizophrenie lässt sich bei so mancher Politikerin und so manchem Politiker erkennen: der Schutz wilder Tiere liegt ihnen am Herzen, aber eher bei afrikanischen oder asiatischen Wildtieren. Und ähnlich denken viele unserer Zeitgenossen außerhalb der Politik. Schneeleoparden gelten als schutzwürdig, obwohl die auch mal Ziegen oder Schafe reißen. Aber da erwarten wir von den Tierhaltern in Nepal, Indien oder Russland natürlich Zurückhaltung. Dagegen wollen sich einige deutsche Schäfer nach Medienberichten bewaffnen, um die Wölfe selbst zu erlegen! Und selbstredend sollen Löwen oder Elefanten in Afrika geschützt werden, obwohl auch diese sich menschlichen Behausungen nähern – und vor den Nutztieren oder den Feldern der ortsansässigen einheimischen Bevölkerung keineswegs haltmachen. Gerade dort, in Asien oder Afrika, kann der Verlust einiger Tiere existenzgefährdend für die Halter sein, dagegen gibt es in Deutschland einen finanziellen Ausgleich. Es scheint, als ob wir gerne Andere die Natur schützen lassen!

Ein Foto mit einem Wolf in einem Facebook-Post. Raimund Haser spricht sich im Text für den Erhalt der offenen Kulturlandschaft aus und fordert daher den Abschuss von Wölfen.
Der CDU-Abgeordnete Raimund Haser malte im baden-württembergischen Landtag schon mal ein Schreckensbild an die Parlamentswand: „Ich möchte nicht darauf warten, bis Wölfe an Kindergärten vorbeimarschieren.” Derzeit gibt es in Baden-Württemberg wohl nur einen Wolf, und am Kindergarten meiner Enkel habe ich diesen nie gesehen. Seinem Vorgänger erging es schlecht: Er wurde illegal erschossen und in den Schluchsee geworfen. Von Abgeordneten würde ich eine sachlichere Argumentation erwarten! (Bild: Screenshot, Facebook, 9.11.18)

Wer knurrt hier?

Auch wenn ich mich wiederhole, Schafe gehören zu meinen Lieblingstieren, und ich freue mich schon, dass ich demnächst wieder eine kleine Herde mit Winterfutter versorgen darf. Gleichwohl steht dem Wolf ein Lebensrecht in unserer Natur ebenfalls zu, doch dies sehen manche Politikerinnen und Politiker zunehmend nicht mehr so. Über ihrer Wolfshysterie vergessen sie jedoch, wo die wirklichen Probleme der Weidetierhalter liegen. Diese brauchen eine stärkere finanzielle Förderung und natürlich auch Unterstützung bei der Absicherung gegen Wölfe: Höhere Zäune und Herdenschutzhunde müssen von der Allgemeinheit getragen werden. Im Verhältnis zu den über 50 Mrd. EURO, die die EU jährlich für die industrielle Landwirtschaft auslobt, da spielen Gelder für die Weidewirtschaft oder den Schutz gegen Wölfe keine Rolle.

Ich würde mir auch mehr Impulse für die Artenvielfalt erhoffen, doch solche Begriffe fallen manchen Politikern nur ein, wenn sie Munition gegen den Wolf brauchen. Ganz generell sollten CDU, CSU, SPD, FDP und die AfD darüber nachdenken, ob sie nicht die wirklichen Prioritäten in unserem Land falsch definieren. So lange viele Kinder ohne richtiges Frühstück in Kitas, Kindergärten oder Schulen erscheinen, sehe ich hier ein wichtiges Aufgabenfeld für die Politik. Bei manchem Kind knurrt der Magen, und es ist nicht der Wolf vor der Tür, der solche Laute von sich gibt!

Deutschland-Karte mit Wolfssymbolen für Rudel, Paare und sesshafte Einzelwölfe.
Diese Karte des Bundesamts für Naturschutz scheint bei manchen Politikern den Eindruck zu erwecken, als wären wir alle schon von Wölfen umzingelt: Doch darauf werden gerade einmal 73 Rudel bestätigt. So mancher Politiker scheint auch anzunehmen, dass zu einem Rudel dutzende hungriger Vierbeiner gehören, doch es umfasst nur Fähe, Rüde und die Jungen aus zwei Jahren. Zu diesen bestätigten Rudeln kommen noch 30 Wolfspaare und drei sesshafte Einzelwölfe, so das Bundesamt für Naturschutz im November 2018. (Bild: Screenshot, Facebook, 23.11.18)

Der Wolf gehört zu unserer Natur

Sicherlich wird es immer auch Fälle geben, bei denen der Mensch eingreifen muss, doch dann sollten wir von Abschuss und nicht heuchlerisch von ‚Entnahme‘ sprechen. Aber nicht jeder Wolf, der mal gesichtet wird, ist deshalb schon ein sogenannter ‚Problemwolf‘, denn gerade Jungtiere inspizieren gerne ihre Umgebung. Und so mancher Wolf, der sich mehrmals Menschen näherte und dafür letztendlich mit seinem Leben bezahlte, war vorher angefüttert worden. Nicht der Mensch, der sein Wurstbrot verfütterte, war somit der Leidtragende, sondern der Wolf.

Wenn ich mir anschaue, wer alles in Parlamenten und Regierungen gegen die Wölfe in unserem Land zu Felde zieht, dann frage ich mich schon, ob es neben ‚Problemwölfen‘ und ‚Problembären‘ nicht auch Problempolitiker gibt? Persönlich meine ich, dass Politikerinnen und Politiker nicht in unsere Volksvertretungen gehören, wenn sie das Trauma eines Rotkäppchen-Syndroms plagt. Wie soll eine sachgerechte Debatte geführt werden, wenn gerade auch Politiker aus der Union, von SPD, FDP und AfD in polemischer Weise gegen den Wolf hetzen und dabei Beifall von Teilen der organisierten Landwirtschaft wie dem Deutschen Bauernverband erhalten? Es ist schon bedrückend, dass sich ausgerechnet die CDU bei der politischen Wolfshatz hervortut! Ich erwarte von unseren Parlamentariern, dass sie eine offene und konstruktive Diskussion führen – und dies auch zum Thema Wölfe in unserem Land, mit weniger Polemik und dafür mehr Sachverstand. Nochmals möchte ich erwähnen, dass mein Herz für die Natur – für Schafe und Wölfe gleichermaßen – schlägt: Wir werden doch wohl in der Lage sein, Wölfe und Weidewirtschaft gleichzeitig erhalten zu können! Dies schaffen auch Länder mit deutlich geringeren wirtschaftlichen Möglichkeiten.

 

Facebook-Post mit einem Wolf und dem Text - Stefan Aust: Der Wolf wurde schon unter den Nazis mystifiziert.st
Der Herausgeber der Welt am Sonntag, Stefan Aust, ließ sich im eigenen Blatt interviewen und verstieg sich zu dem Satz: „Es ist doch zynisch, die Schafe quasi für die eigene Faszination dem Wolf zu opfern. Der Wolf wurde schon unter den Nazis als eine Art Herrentier mystifiziert, jetzt ist er aus anderen Beweggründen wieder das Sinnbild einer naiven Naturglorifizierung.” Wer dem Wolf ein Lebensrecht in unserer Natur zubilligt, der wird von Aust in die Nähe der Nazis gerückt. Aber richtig gewundert hat mich diese Aussage nicht, war Aust doch auch 14 Jahre Chefredakteur des ‚Spiegels‘. Aber bei der Welt am Sonntag hätte ich doch etwas mehr Niveau erwartet. (Bild: Screenshot, Facebook, 20.12.18)

 

Grupe u.a. vor einem Plakat 'Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement'.
Hermann Grupe, seines Zeichens FDP-Abgeordneter im niedersächsischen Landtag, will den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen – und natürlich dann auch dezimieren. Was hat der Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, denn bisher für die Weidetierhalter getan? Seine Parteikollegen lehnten eine Weidetierprämie im Bundestag ab. (Bild: Screenshot, Facebook, 8.12.18)

 

Wolf mit Beute und darüber in großen Lettern: Schutzjagden in Thüringen ermöglichen.
„Zur Thüringer Kulturlandschaft passt der Wolf nicht”, so die CDU in Thüringen. „Schutzjagden” werden gefordert, um den Wölfen den Garaus zu machen. Hat die CDU keine anderen Sorgen in einem Bundesland, das rot-rot-grün regiert wird? (Bild: Screenshot, Facebook, 15.11.18)

 

SPD will wolfsfreie Zonen, so der Text mit einem Bild von einem Wolf.
Wenn die CDU schon die Wölfe vor Kindergärten ihr Unwesen treiben sieht, möchte auch die SPD nicht zurückstehen: „Wolfsfreie Zonen” werden gefordert. Im Grunde heißt dies: Umfassenden Abschuss der Wölfe, denn wie sollen ansonsten ‚wolfsfreie Zonen‘ entstehen? (Bild: Screenshot, nwzonline.de, 21.9.17)

 

Schafe in einem Facebook-Post und darüber der Schriftzug 'Wolfswohl nicht über Menschenwohl stellen'.
„Wolfswohl nicht über Menschenwohl stellen” fordert die CDU in Thüringen. Wer will denn das Menschenwohl dem Wolf unterordnen? Schon dieser Text ist eine infame Unterstellung, die alle treffen soll, die sich für den Wolf einsetzen. Ob die CDU glaubt, mit solchen Sprüchen die nächsten Landtagswahlen gewinnen zu können? (Bild: Screenshot, Facebook, 32.12.18)

 

CDU-Facebook-Post mit einem Wolf und dem Text: 'Wir wollen, dass der Wolf unsere Lebensräume bereichert, aber nicht gefährdet!'
Der Bundesparteitag der CDU hob im Dezember 2018 nicht nur Annegret Kramp-Karrenbauer auf den Schild, sondern machte sich auch Gedanken über die Wölfe in unserem Land. So „wird der Wolf gerade für die Weidetierhaltung zu einem Problem”, berichtet ausgerechnet eine Partei, die sich im Bundestag gegen die Weidetierprämie aussprach. Und der Beschluss fährt fort: „zum Teil fühlt sich auch die Bevölkerung bedroht. Wir brauchen deshalb rechtssichere, bundesweit einheitliche Regelungen für den Schutz der Bevölkerung und einen geordneten Umgang mit dem Wolf”. Komisch: Ich treffe weit mehr Menschen, die sich beim nächtlichen Durchqueren eines Parks bedroht fühlen oder in den Nachtstunden die S-Bahn meiden. In der EU sollen die Voraussetzungen für ein „Wolfsmanagement mit Bestandsregulierung” geschaffen werden: Ist dies zu einem Zeitpunkt vordringlich, wo rein flächenmäßig ein Wolf auf fast 450 Quadratkilometer kommt? Da zu der Gesamtzahl keine verlässlichen Zahlen vorliegen, habe ich mal mit 800 Wölfen gerechnet – ob erwachsen oder Welpe. Der Wolf soll nach dem Beschluss des CDU-Parteitags ins Jagdrecht aufgenommen und ein „gezieltes Erlegen von Wölfen muss bereits heute erleichtert werden”. Bei dieser Aufzählung wird klar, dass es den Wölfen generell an den Kragen gehen soll. (Bild: Screenshot, Facebook, 16.12.18)

 

AfD-Facebook-Post mit dem Text "Sachsen-CDU beim Thema Wölfe saft- und kraftlos wie immer!"
Man mag es kaum glauben, aber der Wolf eignet sich auch noch zum Wettstreit der Parteien: Gibt es bald Kerben am Gewehr für jeden erlegten Wolf? Da eifern AfD und CDU um die erste Position im Dezimieren von Wölfen in Sachsen. Das hat unserer Demokratie gerade noch gefehlt! Und dies lässt Schlimmes für den Landtagswahlkampf befürchten. (Screenshot, Facebook, 25.2.18)

 

Ministerpräsident Kretschmer min einem Facebook-Post mit Anzug und Krawatte. Mit der Aussage: „Wir wollen einen vernünftigen Umgang, wenn der Wolf für Mensch und Weidetiere gefährlich wird.“
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer will „einen vernünftigen Umgang, wenn der Wolf für Mensch und Weidetiere gefährlich wird.” Ich würde mir dagegen wünschen, dass wir schon vernünftig mit dem Wolf umgehen, ehe er gefährlich wird. Höhere Zäune und Herdenschutzhunde müssen zum Einsatz kommen, ehe Wölfe gefährlich werden. Wölfe, die sich Häusern nähern, müssen vergrämt werden, ehe sie sich den Menschen zu sehr nähern. Und ich würde mir auch wünschen, dass Bewohner entsprechender Regionen keinesfalls Wölfe anfüttern, denn dies ist dann zumeist ihr Todesurteil. ‚Problemwölfe‘ werden im Regelfall durch falsches Verhalten von uns Menschen geschaffen. (Bild: Screenshot, Facebook, 16.10.18)

 

Ein stilisierter Wolf in einem Facebook-Post der Linken. MIt dem Text "Herzlich willkommen ...aber benimm dich gut!"
Die Linke in Wesel trägt auch noch zum Thema Wolf bei, wobei sie sein Auftauchen zumindest als gutes Signal für die Natur ansieht. Ob dann allerdings der Hinweis „aber benimm Dich!” satirisch oder ernst gemeint ist, das bleibt noch abzuwarten. Denn ohne Schutzmaßnahmen wird der Wolf auch kaum an weidenden Schafen oder Ziegen vorbeistreichen, sondern sich sein Abendessen holen. Hat er sich dann nach Meinung der Linken schlecht benommen? (Bild: Screenshot, Facebook, 16.10.18)

 

Zwei junge Herdenschutzhunde, dahinter Schafe und Bäume.
‚Wenn wir mal groß sind, dann passen wir gut auf unsere Mit-Schafe auf‘, scheinen diese beiden Nachwuchs-Herdenschutzhunde in Italien sagen zu wollen. Leider sind die Fotos von den großen Brüdern mitsamt der Kamera gestohlen worden: Hätten wir doch auch einen Schutzhund dabeigehabt! Sorgen wegen der Wölfe haben wir uns nicht gemacht, aber es waren ja auch die Zweibeiner, die uns zusetzten. (Bild: Ulsamer)

 

 

7 Antworten auf „Politiker mit Rotkäppchen-Syndrom – reif für unsere Parlamente?“

    1. Der Wolf wird illegal abgeschossen und bis heute wurde kein Hobbyjäger dafür zur Rechenschaft gezogen, obwohl es möglich ist die Wolfskiller zu identifizieren !

  1. Den Politiker dürfte selbst klar sein, dass Abschüsse, solange sie nicht auf Ausrottung hinauslaufen, keinem Weideviehhalter irgendwie helfen, denn es ist egal, ob Schafe vor einem oder 10 Wölfen geschützt werden müssen.

    Es ist bei Abschüssen so, dass die Politiker sich keine Gedanken mehr machen müssen, aktionistisch tun können und das ganze auch noch kostenlos durch die Jäger realisiert wird.

  2. Es ist zwar korrekt, dass Abschüsse die Herdenschutzmaßnahmen nicht ersetzen. Die Plage wird uns erhalten bleiben, solange Mitglieder der bekannten Spendenbettelvereine noch von Umweltministerien als “Experten” mit ins Boot geholt werden, ungeachtet der Tatsache, dass diese sich mit Hilfe von u.a. Wolfspatenschaften an den Raubtieren mit Hunderttausenden bereichern.
    Wölfe, die auch nur EIN MAL Weidetiere angegriffen haben, gehören bei der Rückkehr zum Riss geschossen. Wenn’s ein Rudel ist, dann eben das ganze Rudel. Der Tierart per se wird das nicht schaden, im Gegenteil. Es werden Wölfe nachrücken, die Herdenschutz respektieren. Mit solchen könnte man vielleicht leben. Allerdings dürften alle Wölfe, die aus Niedersachsen kommen, längst auf Weidetiere konditioniert sein, nicht zuletzt wegen der falschen und verharmlosenden Voraussagen der sogenannten “Experten”. 90 cm Zaun reicht. Wölfe springen ja gar nie nicht. Wir wissen es inzwischen besser, und Tiere im Stall wie auch Tiere hinter deutlich höheren Zäunen mit Herdenschutzhunden wurden auch schon gerissen, sogar in Gegenwart der Tierhalter. Eigentlich müsste man alle schießen und einen neuen Anfang mit denen versuchen, die nachkommen, diese aber sofort mit Farbkugeln beschießen für die kleinste Distanzlosigkeit. An Kindergärten, Bushaltestellen und in Dörfern haben sie nichts zu suchen. Woher sollen sie das wissen, wenn man sie wie bisher einfach sich ausbreiten lässt und die Kinder im Garten hinter stromführenden Netzen spielen schickt? Der bisherige Weg war falsch.

    1. Ich bin im Wolfsgebiet zu Hause. Mein Vorschlag für ein bisschen Nachhilfeunterricht für unsere Politiker:
      DVD und Buch von Jim Brandenburg zum Thema “Wölfe”, erhältlich bei Amazon-und ich emfehle allen Politikern das Hirn einzuschalten! Die DVD sollte in den 9./10.Klassen im Ethikunterricht gezeigt und diskutiert werden ! Und wir brauchen eine Bildung und Erziehung ab dem Kindergartenalter und in allen Schuljahren, die das Thema ” Leben im Einklang mit der Natur ” beinhaltet! Nur so können wir vielleicht unsere Erde retten !

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