Kleingeistige Bilderstürmer zensieren die Geschichte

Historisches Volksfest in Stuttgart ohne Geschichtsbezug

Schon wieder ein Thema aus Stuttgart, so werden sich manche Leserinnen und Leser aus anderen Regionen fragen. Ja, denn die sich ausbreitende Geschichtslosigkeit zeichnet nicht nur einen Teil der Stuttgarter Stadträte aus, sondern wird allgemein zur Plage. Geschichtsklitterung scheint in manchen Gruppen – von weit links oder rechts – zu einer Art ‚Volkssport‘ zu werden. Es soll zum zweiten Mal in der Stuttgarter Innenstadt – wenn Corona nicht dazwischenfunkt – ein ‚Historisches Volksfest‘ gefeiert werden. Doch linksorientierte Gemeinderäte haben nun, nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung, durchgesetzt, dass ausgerechnet bei dem von Königin Katharina und König Wilhelm I. im Jahre 1818 ins Leben gerufenen Volksfest an diese beiden historischen Stifter-Persönlichkeiten nicht mehr erinnert werden soll. Bilderstürmer scheinen nichts gegen Bratwurst und Bier oder einen Flohzirkus zu haben, aber dafür umso mehr gegen ein kritisches Geschichtsbewusstsein. Soll vergessen gemacht werden, dass das Stuttgarter Volksfest vor über zwei Jahrhunderten aus der Not geboren wurde, um die nach dem „Jahr ohne Sommer“ darbenden Menschen zusammenzuführen, um neue Landbearbeitungstechniken vorzustellen und ein Quäntchen Optimismus nach Württemberg zu bringen?

Das Hauptgebäude der Universität Hohenheim. Heller Putz und dunkles Dach.
Die Universität Hohenheim hat ihre Ursprünge in der vom württembergischen König Wilhelm I. und seiner Frau Katharina 1818 gegründeten landwirtschaftlichen Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt. Nur eine bessere Ausbildung und innovative, dabei aber einfache Techniken konnten die landwirtschaftliche Misere beheben. Und das Engagement aller Beteiligten trug Früchte und verhinderte weitere katastrophale Hungersnöte wie im damals britisch besetzten Irland. (Bild: Ulsamer)

Landwirtschaftliche Produktion modernisiert

Da ich bereits zum 200jährigen Jubiläum 2018 in diesem Blog auf das Volksfest eingegangen bin, möchte ich hier nur kurz einige historische Gegebenheiten nochmals ansprechen und ansonsten auf meinen Blog-Beitrag „Zwischen Hungersnot und Volksfest. Was verband Württemberg und Irland im 19. Jahrhundert?“ verweisen. Als 1816 in Württemberg und weiten Regionen der Welt die Sonne nicht zu sehen war und heftiger Dauerregen die Ernten schon auf den Feldern verrotten ließ, ahnte in der europäischen Bevölkerung niemand, dass ein Jahr zuvor im fernen Indonesien der Vulkan Tambora ausgebrochen war und seine Staub- und Aschepartikel um die Welt zogen. Zehntausende von Opfern kostete dieser gewaltige Vulkanausbruch im Umfeld, hunderttausende starben dort, wo sich wegen der ausgefallenen Ernten der Hunger breitmachte. In Württemberg verteuerten sich im Herbst 1816 die Lebensmittel derart, dass sie für viele zunehmend unerschwinglich wurden. Darauf folgte im Frühjahr des nächsten Jahres die eigentliche Hungerkatastrophe. Das sogenannte Hungerbrot wurde mit Flechten, Gras, Blättern und Sägemehl gestreckt: Immer mehr Bürgerinnen und Bürger hungerten oder starben an nachfolgenden Seuchen wie Typhus, die die geschwächten Menschen hinwegrafften.

Zahlreiche Mitglieder des Fanfarenzugs mit Fahnen und bunten Uniformen auf dem Stuttgarter Schlossplatz.
Sind Fanfarenzüge mit geschichtlichen Bezügen und Kostümen beim Historischen Volksfest noch zulässig? Und der Fanfarenzug aus Bad Urach hat sich auch noch den Leitspruch „Attempto“ – Ich wag’s – vom württembergischen Grafen Eberhard auf die Fahnen geschrieben. Was daran schlimm ist? Nichts! Aber in Tübingen versuchen linke Gruppierungen seit Jahren einen neuen Namen für die Eberhard-Karls-Universität durchzusetzen, denn die historischen Namenspatrone gelten ihnen als verdächtig. Historische Namensgeber sind aus heutiger Sicht fast nie unproblematisch, aber einen Neomarxisten wie Ernst Bloch – einen Apologeten von Karl Marx – kann ich mir in roten Lettern auch nicht an der neuen Aula der Universität vorstellen, an der ich studiert habe. (Bild: Ulsamer)

In dieser denkbar schwierigen Periode übernahm Wilhelm I. im Oktober 1816 den Thron von seinem verstorbenen Vater. Wilhelm krempelte zusammen mit seiner Frau, Königin Katharina, das Königreich Württemberg um. Gemeinsam mit der Zarentochter Katharina richtete er sein Augenmerk auf die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der ärmeren Schichten.  Viele moderne Initiativen gingen von Katharina aus und beeinflussten Wilhelm I. auch nach ihrem frühen Tod. Das Katharinenhospital geht ebenso auf diese Jahre voller Impulse zurück wie die Errichtung der ‚Württembergischen Landessparkasse‘ für die im echten Wortsinn ‚kleinen Leute‘ oder Wohltätigkeitsorganisationen und das Traditionsgymnasium Königin-Katharina-Stift. Wilhelm und Katharina gründeten 1818 die landwirtschaftliche Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt Hohenheim, Vorläuferin der heutigen Universität. Eine rückständige Landwirtschaft wurde mit verbesserten Ausbildungsmöglichkeiten und konkreten technischen Verbesserungen – wie einem modernen Pflug – auf Vordermann gebracht.

Blick vom Stuttgarter Schlossplatz über grünen Rasen zu Ständen des Historischen Volksfests und dahinter das Neue Schloss mit dem Ehrenhof.
Hannes Rockenbauch von der „Fraktionsgemeinschaft Die FrAKTION LINKE SÖS PIRATEN Tierschutzpartei“ und linksorientierte Cliquen wollen ein Historisches Volksfest ohne Geschichte. Für mich ist dies ein Widerspruch in sich. Schon wer in ein Kostüm schlüpft, macht sich verdächtig. Allemal scheint das zu gelten, wenn Schauspielerinnen und Schauspieler Königin Katharina und König Wilhelm I. darstellen und dabei auch noch Histörchen von sich geben. Bereits der Ort des Historischen Volksfests ist geschichtsträchtig: Im Hintergrund das Neue Schloss, das zwischen 1746 und 1807 von den württembergischen Herzögen und Königen erbaut wurde. (Bild: Ulsamer)

Historisches Fest ohne Historie?

Die verdunkelte Welt hellte sich 1817 langsam wieder auf, die Sonne kämpfte sich durch den Aschenebel, die Temperaturen normalisierten sich wieder und die Ernteerträge wurden besser. König Wilhelm I. wollte gemeinsam mit seiner Frau – und durchaus von Katharina angespornt – seine Bürgerinnen und Bürger auch emotional wieder aufbauen: Im Herbst 1818 lud der König erstmals zum Volksfest nach Stuttgart ein. Dabei ging es – im Gegensatz zu heute – nicht um Maßkrüge, Bierschwemme und Gourmet-Häppchen, sondern um landwirtschaftliche Innovationen und die Freude über die überwundene Krise. So beging das Volksfest in Stuttgart 2018 sein 200jähriges Bestehen, doch dem König war das erstmalig veranstaltete ‚Landwirtschaftliche Fest‘ sicherlich ein wichtiger, ein freudiger und zugleich ernster, nachdenklicher Anlass. Die Fruchtsäule, die einstmals das Volksfest in Stuttgart auf dem Cannstatter Wasen überragte, ist ein wichtiger Beleg für den Ursprung, auch wenn sie heutzutage beinahe inmitten der Zelte und Fahrgeschäfte fast übersehen wird. Zum Jubiläumsfest veranstalteten die Stuttgarter neben dem Dirndl- und Bier-Fest auf dem Wasen in Bad Cannstatt gleichzeitig ein historisches Volksfest auf dem Schlossplatz, um an die Ursprünge zu erinnern. Das von König Wilhelm I. für seine Württemberger gestiftete Volksfest hatte so – gewissermaßen – zu den Ursprüngen zurückgefunden. Es ging Katharina und Wilhelm nicht um einen Amüsierbetrieb für Millionen, sondern um ein (Ernte-Dank-) Fest nach der überwundenen Hungerkatastrophe.

Eine Gruppe von Frauen und Männern in Kostümen des 19. Jahrhunderts auf dem grünen Rasen des Stuttgarter Schlossplatzes.
Ist jeder Schauspieler oder jede Besucherin bereits verdächtig, die Monarchie zu preisen, wenn die Bekleidung aus dieser Zeit stammt? Dann müsste es im Umkehrschluss auf dem großen Volksfest auf dem Cannstatter Wasen ja nur so von Bayern in Dirndl und Lederhosen wimmeln! Selbstredend sollen historische Persönlichkeiten kritisch betrachtet werden, doch wer Königin Katharina und König Wilhelm I., bzw. ihre Darsteller, vom Historischen Volksfest verbannt, der begeht Geschichtsklitterung. (Bild: Ulsamer)

Beim ersten Historischen Volksfest 2018 schlüpften Schauspielerinnen und Schauspieler in Kostüme, um als Katharina und Wilhelm, als Bauer oder Hofdame, Stadtgardisten oder Amalie von Stubenrauch verkleidet über die damalige Situation zu berichten. Doch dies missfiel Hannes Rockenbauch, einem Stuttgarter Stadtrat, der eine bunte Truppe linker Aktivisten um sich versammelt hat und – völlig chancenlos – durch seine Kandidatur zum Oberbürgermeister einen linken oder grünen OB verhinderte und für Frank Nopper von der CDU das Stadttor aufstieß. Schon im Oktober 2021 machte Rockenbauch deutlich, dass er sich mit geschichtlichen Bezügen schwertut: „Im Hinblick auf die Gründungsgeschichte legt er dar, Monarchie sei nichts, was man heute noch befürworten sollte. Für ihn habe es teilweise einen solchen Charakter, wenn z. B. als Königin kostümierte Personen aufträten. Seiner Ansicht nach sollte man stolz auf die Demokratie sein und Monarchien von demokratischen Grundwerten aus bewerten. Er wäre dankbar für eine entsprechende Einordnung, was teilweise ja auch geschehe. Er wolle nicht zurück in die Zeit, als Monarchen dem Volk nach Hungerkatastrophen Feste geschenkt hätten, damit es nicht zu revolutionären Zuständen komme.“ Da ist sie wieder die linke Belehrungswut, die uns Bürgern nicht zutraut, zwischen historischen Aussagen und der heutigen Welt unterscheiden zu können. Wer will denn die Monarchie zurück? Ich bestimmt nicht! Und viele andere auch nicht! Doch es muss aufhören, dass linke oder rechte Politiker bestimmen, wieviel Geschichte ich vertrage! Ausgerechnet einem innovativen Königspaar wie Katharina und Wilhelm I. vorzuwerfen, sie hätten Brot und Spiele geboten, um die Menschen ruhig zu halten, das ist schon hirnrissig. Vielleicht sieht Rockenbauch Katharina und Wilhelm auch noch als Schuldige am Vulkanausbruch! Ein Historisches Volksfest ohne geschichtliche Bezüge zu fordern, das ist skurril! Und Stadtrat Hannes Rockenbauch als Zensor für die Geschichte ist schlichtweg unerträglich.

Die Skulptur umfasst Wilhelm II. im Gehrock mit Hut und Stock sowie zwei kleine Hunde. Dieses Denkmal steht jetzt unmittelbar neben einem blauen Transportcontainer.
Wilhelm II. war der vierte und letzte König Württembergs und regierte von 1891 bis zur Revolution 1918. Er ging ohne Bewachung und Begleitung in Stuttgart mit seinen Hunden spazieren, und gerade als ein eher bürgerlicher König hatte es seine Bronzestatue nicht verdient, jahrelang auf dem Hinterhof des jetzigen StadtPalais mit Stadtmuseum neben einem Container ein Schattendasein zu fristen. Inzwischen durchwanderte der ‚König‘ seine ehemalige Residenzstadt auf Wohnungssuche, denn eine geschichtsferne Kulturschickeria missgönnte ihm den Platz vor dem früheren Wilhelmspalais. Mit dem Geschichtsbewusstsein ist es in Stuttgart derzeit so eine Sache, dies zeigt sich auch bei den Trümmern der Villa Moser, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, und im Leibfriedschen Garten, der ein – leider verwahrlostes – Mahnmal für den Frieden und gegen den Krieg darstellt. (Bild: Ulsamer)

König auf ‚Wohnungssuche‘

Wilhelm I. darf nicht mal mehr als kostümierter Schauspieler am von ihm und Königin Katharina 1818 gegründeten Volksfest teilnehmen, und sein Enkel, Wilhelm II., letzter König in Württemberg, musste als Statue über Jahre mit dem Hinterhof ‚seines‘ Wilhelmspalais Vorlieb nehmen und zieht nun ‚wohnungssuchend‘ durch seine frühere Residenzstadt. Zwar war Wilhelm II. mit seinen kleinen Hunden in Stuttgart ein häufig und gern gesehener Spaziergänger, geschätzt von den meisten seiner ‚Untertanen‘, trotzdem zur Abdankung nach dem Ersten Weltkrieg gezwungen im Zuge der Demokratisierung, doch er hat es nicht verdient, dass er von politischen Entscheidungsträgern und Kulturschaffenden versteckt wird. Es wäre sinnvoller, am Aufstellungsort der Statue auf einer Informationstafel die historische Einordnung vorzunehmen. Und dies gilt auch für Wilhelm I. und Katharina, die natürlich Monarchen in ihrer Zeit waren, doch sie haben mit ihren Innovationen viel für Württemberg getan.

Dunkler großer Suppentopf aus Gusseisen inim irischen Dingle.
Suppenküchen hielten im frühen 19. Jahrhundert in Württemberg und Irland viele Hungernde notdürftig am Leben. Die landwirtschaftlichen Reformen, die König Wilhelm I. und Königin Katharina in Württemberg einleiteten, stärkten die Nahrungsproduktion. Im britisch besetzten Irland unterblieben diese, und so ließen noch größere Hungerkatastrophen nicht lange auf sich warten. Der abgebildete Suppentopf steht an einem Friedhof für Hungertote im südirischen Dingle. (Bild: Ulsamer)

Suppenküchen schlagen den tristen Bogen in jenen Jahren zwischen Württemberg und Irland. Katharina regte solche Hilfsmaßnahmen an, um Menschen vor dem Hungertod zu bewahren. Suppenküchen wurden auch in Irland eingerichtet, nicht selten wollten protestantische Gruppen Katholiken so zu einem Übertritt bewegen. Eine umfassende Bewegung zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion unterbleibt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Irland, denn es fehlt an einem Landesherrn, der die Not lindern will. Nachdem die Katholiken in die Rechtlosigkeit getrieben worden waren, hatten britische Adlige das Land unter sich aufgeteilt oder erhielten es von der englischen Krone. Die grüne Insel war zu einer Kolonie der Briten geworden. Und so kam es fast zwangsläufig zu weiteren Hungersnöten, die eine Million Iren das Leben kosteten und mehrere Millionen zur Auswanderung zwangen. Wie anders verlief doch die Geschichte im alten Königreich Württemberg nach Wilhelm I. und Königin Katharina.

Ein Mann lässt große Seifenblasen über die Besucher schweben.
Spielt zukünftig die Hautfarbe eines Straßenkünstlers eine Rolle, wenn er Seifenblasen zur Freude aller jungen Besucherinnen und Besucher in der Luft schweben lässt? Auf dünnem Eis gehen alle Veranstalter von Festen, denn es droht immer die Keule der Diskriminierung. Die Bilderstürmer sind fleißig unterwegs. So betonte laut Gemeinderatsprotokoll Hannes Rockenbauch „nochmals, dass es seiner Fraktion wichtig sei, die kolonialgeschichtlich geprägten rassistischen Darstellungen, die teilweise aufgetreten seien, in Zukunft zu vermeiden.“ Nun bin ich – um ganz ehrlich zu sein – kein großer Volksfestbesucher, doch auf dem Weg zum Haus der Geschichte hielten wir uns auch auf dem monierten Historischen Volksfest auf, das auf dem Schlossplatz stattfand. Und jetzt – beim nachträglichen Betrachten meiner Fotos – kann ich den kritisierten „Kolonialismus“ nicht entdecken. Heute wurde ich vom ZDF auf Instagram belehrt, dass selbst das Kinderlied „Wer hat die Kokosnuss geklaut“ allen Ernstes „rassistische Stereotype gegen BIPoC“ enthalte. Wer es noch nicht weiß: BIPoC bedeutet laut Wikipedia ‚Black, Indigenous and People of Color‘. Und das ZDF ist nicht faul, um mit Zwangsbeitragsgeldern festzustellen: „Das auf BIPoC projezierte, kolonialistische Klischee vom kriminellen und triebgesteuerten Affen steht dabei besonders im Fokus.“ Kleine Anmerkung am Rande: „projezieren“ stammt vom ZDF-Kultur, ich würde projizieren vorschlagen. Ich habe im Übrigen noch kein Kind getroffen, das diese Verbindung herstellen würde. Mal ganz ehrlich: Welches doch etwas kranke Hirn denkt bei Affen an schwarze oder farbige Mitbürger oder Völker? Zu diesem Thema demnächst mehr in meinem Blog. (Bild: Ulsamer)

„Geschichte muss erzählt werden“, so der Titel des Kommentars von Frank Rothfuss in der Stuttgarter Zeitung. Da kann ich nur zustimmen. Entscheidet in meiner Geburtsstadt jetzt der Stadtrat Hannes Rockenbauch und linke Cliquen über geschichtliche Bezüge beim „Historischen Volksfest“? Schon der Titel ist doch im Grunde Programm, und es ist mehr als angebracht, wenn auch die Begründer des Volksfests, Königin Katharina und König Wilhelm I., ‚zu Wort kommen‘. Damit ist man weder Monarchist noch ein schunkelnder Bierkonsument. Ein Blick über den Talkessel könnte Kritikern nicht schaden, denn sie würden dann erkennen, wie wichtig die von Katharina und Wilhelm angestoßenen landwirtschaftlichen Initiativen waren.

Unverständnis in großen Teilen der Öffentlichkeit über den Rauswurf von Katharina und Wilhelm hat jetzt den Wirtschaftsausschuss des Stuttgarter Gemeinderats bewogen, sich mit der Ausgestaltung des Historischen Volksfests zu befassen, das mit einer knappen Million Euro aus dem Stadtsäckel gefördert wird. Ob die Leisetreter sich aufraffen und sich der Zensur der Geschichte durch eine kleine Minderheit entgegenstellen? Die CDU-Mitglieder im Gemeinderat zeigten sich inzwischen auch über die sozialen Medien verwundert, „dass beim nächsten anstehenden historischen Volksfest auf die Darstellung der königlichen Familie verzichtet werden soll, da sich Akteure aus dem politisch linken Lager gegen ein Auftreten von Schauspielern als königliche Familie aussprachen.“ Die Christdemokraten wollen zurecht „zu den alten Gewohnheiten des historischen Volksfestes zurückkehren.“

Es geht ganz gewiss nicht um die Glorifizierung der Vergangenheit, doch es trifft noch immer der Satz von Carlo Schmid, einem bedeutenden SPD-Politiker und Literaten, zu: „Ohne solide Kenntnis seiner Geschichte kann kein Volk seine Zukunft sinnvoll gestalten.“

 

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