Glascontainer sind keine Müllkippe

Videoüberwachung könnte abschreckend wirken

Haben Sie sich auch schon geärgert, wenn sie Ihre leeren Flaschen zum Glascontainer bringen und sie dort eine Art wilde Müllkippe vorfinden? Manchmal frage ich mich dann, ob einige Zeitgenossen keinen Mülleimer zu Hause haben! Denn ansonsten könnten sie es uns ersparen, um ihren Dreck herumbalancieren zu müssen. Auch wer nur seinen leeren Karton dort hinterlässt, den er zum Transport der Glasflaschen benutzt hat, handelt zumindest unsozial. Das gleiche vermüllte Umfeld gab es über Jahre in irischen Gemeinden, doch nach der Installation von Videokameras hat die Müllflut an entsprechend aufgerüsteten Stellplätzen dramatisch abgenommen.

Links ein heller Container für Altkleider, rechrs ein grauer Container für Weißglas. Dazwischen abgelagerter Hausmüll in Säcken und Tüten.
Glascontainer werden – wie hier in Esslingen am Neckar – von manchen unsozialen Zeitgenossen als wilde Müllkippe missbraucht. Es ist an der Zeit, den Müllsündern das Handwerk zu legen. (Bild: Ulsamer)

Anstandsregeln wieder durchsetzen

Natürlich bin ich mir bewusst, dass in Deutschland zahlreiche Mitbürger sofort an den Überwachungsstaat denken, wenn sie eine Kamera an einem Gebäude entdecken. Aber mal ganz ernsthaft, wer hätte denn etwas zu befürchten, wenn das Geschehen um die Glasbehälter aufgezeichnet würde? Doch nur derjenige, der sich nicht an die allgemeinen Anstandsregeln hält. Und zum Mindestmaß an Anstand gehört es, dass man seinen Müll nicht an öffentlichen Plätzen oder in Nachbars Garten ablädt. In unserem Vorgarten landete sogar kürzlich ein elend schwerer Röhrenfernseher und das Ordnungsamt meinte, das sei nun unser Problem!

Neben blau-grauen Containern für Altglas liegen alte Bürostühle mit Rollen, ein Regenschirm und weiterer Unrat.
So war das ja wohl nicht gemeint: Wer seinen Müll nicht sachgerecht entsorgt, sondern ihn der Allgemeinheit aufhalst, der muss – notfalls auch mit Videokameras – erfasst und bestraft werden. (Bild: Ulsamer)

Und wer schon mal in Irland unterwegs war, der wird auch kaum auf den Gedanken kommen, dass sich die Iren durch Videokameras an Glascontainern in ihrer persönlichen Freiheit beeinträchtigt fühlen. Zum irischen Naturell gehört es ganz im Gegenteil, sich von staatlicher Seite weit weniger gefallen zu lassen als in so manch anderem Land. Als die Regierung unter Premierminister Leo Varadkar die längst überfälligen Wassergebühren einführen wollte, bezogen manche Abgeordnete von aufgebrachten Wählern im eigenen Wahlkreis eine ganz handgreifliche Abreibung! Und zum Nachteil der Natur und der verantwortungsbewussteren Trinkwasserbezieher wurde das Gesetz flugs wieder abgeschafft!

Frau mit braunen Haaren und Brille wirft eine Flasche in den Glascontainer. Am Gebäude eine Videokamera.
Lange hinterließen manche Mitmenschen ihren Müll gleich neben den Glas- und Dosencontainern. Nach der Montage von Videokameras tendiert der unsachgemäß abgelegte Müll im irischen Ventry gegen Null. Und wir freuen uns darüber. Dies sollte auch ein Vorbild für deutsche Stellplätze mit Glascontainern sein. (Bild: Ulsamer)

Videoüberwachung wirkt abschreckend

Ich begrüße es sehr, dass in vielen deutschen Kommunen nun energischer gegen Müllsünder vorgegangen wird, die ihre Kippen sogar aschenbecherweise auf unsere Straßen werfen, leere Getränkedosen und Flaschen in Parks hinterlassen oder sogar ganze Mülltüten an der nächsten Ecke ablegen. Nun kann man aber schlecht rund um die Uhr Wachposten an Glasbehältern aufstellen, daher würde ich mir den Einsatz von Überwachungssystemen wünschen. Dabei sehe ich auch nicht George Orwell hinter dem Container hervorlugen, sondern hoffe auf weniger Müll im öffentlichen Bereich. Mit entsprechender Software ließen sich nach ‚wilder‘ Müllablagerung die Übeltäter dann – hoffentlich – besser ausfindig machen!

Aus einer weißen Plastiktüte quellen zerbrochene Flaschen und anderer Unrat.
Und manch einer ist sogar zu faul, seine leeren Flaschen bis zum Glascontainer zu tragen und lässt sie – nach dem Gelage? – gleich neben der Bank mit anderem Unrat liegen. (Bild: Ulsamer)

Eine Videoüberwachung an Müll-Brennpunkten könnte abschreckend auf Zeitgenossen wirken, die in unsozialer Weise der Allgemeinheit ihren Müll aufhalsen. Warum sollen wir über den Müll anderer stolpern und uns auch noch freundlich dafür bedanken? Es ist an der Zeit, dass Müllsündern ihr unsoziales Verhalten verdeutlicht wird und sie bestraft werden. Müllsünder könnten auch zu Sozialstunden verurteilt werden, die sie dann beim Müllsammeln im eigenen Stadtbezirk ableisten können. Mich würden bei der Erfassung von Müllsündern einige Videokameras nicht erschrecken. Denn höchst ungern bezahle ich mit meinen Steuern für den Müll unsozialer Zeitgenossen, den dann die Stadtreinigung aufsammeln und entsorgen muss.

Zahlreiche Behälter für Altglas, Dosen und Bekleidung in Dingle. Am Gebäude ist eine Videokanmera befestigt.
Zwei Kameras am Gebäude – im irischen Dingle – und schon herrscht Sauberkeit bei den aufgereihten Containern für Glas, Getränke- bzw. Konservendosen sowie Altkleidern. (Bild: Ulsamer)

 

 

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