Hat Jean-Claude Juncker zu tief ins Bourbon-Glas geguckt?

Juncker fordert Zölle auf US-Jeans, doch die kommen aus Asien

„Wir werden Zölle legen auf Harley-Davidson, Bourbon und Blue Jeans, Levi‘s“ brabbelte der Präsident der EU-Kommission in der „Tagesschau“ und in „Heute“ am 2. März heraus. Antworten will Jean-Claude Juncker damit auf die Ankündigung von Donald Trump, der harte Strafzölle auf Stahlimporte in die USA erheben will. Na, da wird Juncker die USA ja ins Mark treffen, aber vielleicht weiß ja auch US-Präsident Donald Trump nicht, dass die Jeans längst aus Asien oder Mexiko kommen. Aber nachlesen bei Wikipedia hätte Juncker, den Verschleierungsspezialisten, echt schlauer gemacht: „Heute fertigt das Unternehmen keine Jeans mehr in den Vereinigten Staaten.  Levi Strauss lässt seine Ware unter anderem in Bangladesch produzieren.“ Mit dem Unternehmen ist der Marktführer Levi‘s gemeint, doch dieser hat längst, wie andere Unternehmen, das Weite gesucht und lässt die Jeans, die auch US-Bürgerinnen und -Bürger kleiden, in Billiglohnländern fertigen – und genau so halten es  die anderen großen Wettbewerber.

Jean-Claude Juncker im Bild mit verschiedenen Mikrofonen.
Jean-Claude Juncker in seinem Element: „Wir werden Zölle legen auf Harley-Davidson, Bourbon und Blue Jeans, Levi‘s“, betonte er in „Tagesschau“ und „Heute“. Hatte ihm denn niemand mit auf den Weg gegeben, dass „Blue Jeans“ – und auch die mit anderen Farben – nicht mehr aus den USA, sondern aus Asien kommen? Das wird Donald Trump beeindrucken, wenn der EU-Kommissionspräsident solchen Unsinn brabbelt. (Bild: Screenshot, „Tagesschau“, 2.3.18).

Ja, ja der Bourbon

Aber vielleicht war Jean-Claude Juncker auch vom Bourbon benebelt, den er in seine Strafzoll-Strategie einbeziehen möchte, als er ausgerechnet die Levi‘s-Jeans als Druckmittel gegen einen unbelehrbaren US-Präsidenten einsetzen möchte. Und natürlich „Harley-Davidson“, so der EU-Kommissionspräsident. Da wird Donald Trump sofort in die Knie gehen, wenn er solche Strafmaßnahmen am Horizont auf sich zukommen sieht: Motorräder, Whiskey und Jeans, die gar nicht aus den USA kommen. Die US-Regierung wird voller Angst zusammenzucken! So mancher Rocker in Deutschland wird sich dann eine neue Bezugsquelle suchen müssen. Zuerst wird das Tragen von manchen Rocker-Kutten verboten und jetzt auch noch der Zwang, auf ein neues Fabrikat umzusteigen!

Wer lässt eigentlich Jean-Claude Juncker frei herumlaufen und diesen Unsinn verkünden? Hat er vor der „Tagesschau“ am Bourbon nicht nur geschnüffelt? Oder müssen die Vorräte in der EU vor der Erhebung von Strafzöllen getrunken werden? Auf jeden Fall wende ich mich mit Grausen ab! Erschreckend ist es aber auch, dass der „Tagesschau“-Journalist den Unsinn von den „Blue Jeans“ nachplappert, ohne zu erkennen, dass diese im Regelfall nicht aus den USA in die EU oder nach Deutschland kommen.

Jean-Claude Juncker: politisches Verfallsdatum abgelaufen!

Zumindest unter den 20 wichtigsten Ländern, die Jeans nach Deutschland liefern, konnte ich die USA nicht finden, aber vielleicht hat Jean-Claude Juncker Geheiminformationen oder doch nur den Bourbon gekostet, den er mit Strafzöllen von der EU fernhalten möchte. Die Liste der Lieferländer führen im Übrigen Bangladesch, Pakistan, die Türkei und China an – und eigentlich sollte heute schon jedes Kind wissen, wo die meisten Jeans herkommen.

"Tagesschau"-Korrespondent berichtet über Junckers Drohung von Strafzöllen.
Fatal, dass in der „Tagesschau“ keine Richtigstellung erfolgt, sondern auch der Korrespondent von Zöllen auf US-Jeans berichtet. Brauchen wir wirklich den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Zwangsgebühren, um uns solche Fake-News allabendlich servieren zu lassen? Ein Blick in die „Factory List“ von Levi Strauss & Co auf dessen Internet-Seite listet über 500 Werke auf, von denen gerade mal 10 in den USA ansässig sind – und diese klingen eher nach Schriftzug einsticken oder Label anbringen. (Bild: Screenshot, „Tagesschau“, 2.3.18)

Aber eigentlich wundert es mich nicht, wenn Jean-Claude Juncker solchen Unsinn plappert, denn er glaubte ja auch, mit seinem ‚Joint Report‘, den er gemeinsam mit der britischen Premierministerin Theresa May im Dezember 2017 vorstellte, die Brexit-Probleme im Griff zu haben. Selbst die drohende harte Grenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland gaben die beiden Irrlichter der Politik vor, verhindert zu haben. Und mit jedem Tag wird seither deutlicher, dass sich die beiden ein Wolkenkuckucksheim gebastelt hatten.

Jean-Claude Juncker hat längst sein politisches Verfallsdatum überschritten, aber keiner scheint die Kraft zu haben, ihn vor die Tür der EU-Kommission zu setzen. Alle, die ihn gewähren lassen, machen sich mitschuldig, wenn er die EU und damit uns alle in Misskredit bringt.

 

Eine Antwort auf „Hat Jean-Claude Juncker zu tief ins Bourbon-Glas geguckt?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.